Mammografie mit Brustimplantaten richtig vorbereiten

Brustimplantate schließen eine Mammografie nicht grundsätzlich aus. Wichtig ist, die untersuchende Einrichtung frühzeitig über die Implantate zu informieren. So kann das Team die Untersuchung vorbereiten und erklären, ob ergänzende Aufnahmen oder weitere Untersuchungen nötig werden könnten.
Informationen zu Implantaten
Symbolbild. Foto: MargJohnsonVA / Envato.
Was bei der Bildgebung anders sein kann
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie betont, dass das Brustdrüsengewebe in der Nähe von Implantaten auf den Bildern manchmal nur begrenzt auswertbar ist. Die Kompression wird auf die Situation mit Implantat abgestimmt. Wenn die Aufnahmen unzureichend sind, können nachfolgende Untersuchungen notwendig werden.
Auch die American Cancer Society weist auf die Bedeutung speziell angepasster Aufnahmen hin. Eine sehr seltene Beschädigung eines Implantats während der Untersuchung ist möglich. Verschweigen Sie Implantate deshalb nicht aus Sorge, sonst keinen Termin zu bekommen. Die Information hilft dem Team, die Untersuchung angemessen zu planen.
Schon bei der Anmeldung angeben
Sagen Sie, ob Sie Brustimplantate tragen und ob Ihnen Beschwerden oder Veränderungen aufgefallen sind. Fragen Sie nach den Unterlagen, die die Einrichtung benötigt. Die deutsche Screening-Information empfiehlt, einen vorhandenen Implantatpass oder einen entsprechenden Arztbericht mitzubringen.
Eine kurze Vorbereitungsliste kann helfen:
- Implantatpass und vorhandenen Operationsbericht heraussuchen.
- Frühere Brustuntersuchungen und deren Datum notieren.
- Neue Beschwerden oder Veränderungen konkret beschreiben.
- Bei der Anmeldung nach Erfahrung mit Brustimplantaten fragen.
- Klären, wie und wann Sie den Befund erhalten.
Wenn Ihnen Angaben zum Implantat fehlen, teilen Sie dies ebenfalls mit. Erfinden Sie keine Modellbezeichnung oder Lageangabe. Die Untersuchungsstelle kann Ihnen sagen, welche Informationen vor dem Termin beschafft werden sollten.
Früherkennung und Implantatkontrolle auseinanderhalten
Fragen Sie im Gespräch ausdrücklich, welchem Zweck die geplante Untersuchung dient: Geht es um die Früherkennung von Brustkrebs, die Abklärung einer Veränderung oder eine Frage zum Implantat? Eine Aussage über die Brustkrebsfrüherkennung beantwortet nicht automatisch alle Fragen zum Zustand eines Implantats.
Welche Untersuchung in Ihrer Situation geeignet ist und in welchen Abständen sie durchgeführt werden sollte, sollten Sie mit Ihrer gynäkologischen oder radiologischen Praxis besprechen. Die hier verlinkten Informationen aus den USA werden nicht als Empfehlung für deutsche Screening-Altersgrenzen oder Untersuchungsintervalle übernommen.
Den Untersuchungsauftrag verständlich formulieren
Notieren Sie für das Gespräch eine spezifische Frage: Handelt es sich um einen Früherkennungstermin, eine neue tastbare Veränderung oder eine Sorge um das Implantat? Diese Unterscheidung hilft, die richtige Untersuchung zu planen. Ein unauffälliger Befund zu einer bestimmten Fragestellung sollte nicht als Antwort auf jede andere Sorge interpretiert werden. Lassen Sie sich erklären, was untersucht wurde und ob weitere Schritte geplant sind.
Unsere Seite zur Brustvergrößerung mit Implantaten bietet Informationen zur ästhetischen Behandlung. Für die Organisation einer Untersuchung ist Ihre gynäkologische oder radiologische Praxis zuständig. Fehlende Operationsunterlagen können Sie bei der operierenden Einrichtung anfragen; unsere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.
Häufige Fragen zur Mammografie mit Brustimplantaten
Muss ich wegen meiner Implantate auf die Mammografie verzichten?
Nein, Implantate allein sind kein grundsätzlicher Ausschluss. Klären Sie die Situation vorab mit der Einrichtung.
Reicht es, die Implantate unmittelbar vor der Aufnahme zu erwähnen?
Besser ist der Hinweis bereits bei der Anmeldung. Erinnern Sie das untersuchende Team vor Beginn trotzdem daran und bringen Sie vorhandene Unterlagen mit.
Sind zusätzliche Untersuchungen ein Hinweis auf Krebs?
Die Screening-Information nennt auch eingeschränkt beurteilbare Aufnahmen als Grund für Ergänzungen. Die Einladung allein erlaubt daher keine Diagnose. Lassen Sie sich erklären, welche Frage weiter geklärt werden soll.
Was mache ich, wenn mein Implantatpass fehlt?
Teilen Sie das der untersuchenden Einrichtung bei der Anmeldung mit. Fragen Sie bei der operierenden Praxis nach vorhandenen Unterlagen. Lassen Sie sich erklären, ob der geplante Termin stattfinden kann oder vorher weitere Angaben gebraucht werden.
Beweist eine zusätzliche Aufnahme, dass mit dem Implantat etwas nicht stimmt?
Nein. Ergänzende Aufnahmen können erforderlich sein, um Gewebe besser beurteilen zu können. Fragen Sie nach dem konkreten Anlass. Aus der Anzahl der Bilder allein lässt sich weder eine Erkrankung noch ein Implantatdefekt ableiten.
Quellen und Einordnung
Kooperationsgemeinschaft Mammographie: Untersuchung trotz Implantaten, American Cancer Society: Mammograms with Breast Implants. Quellen geprüft am 26. September 2026.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Aufklärung.
RedaktionKlinik am Schwarzwald
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