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Collagen Banking: Was hinter dem Anti-Aging-Trend steckt

Junge Frau trägt Gesichtscreme auf die Wange auf und hält einen Cremetiegel – Symbolbild zum Ratgeber Collagen Banking der Klinik am Schwarzwald

In sozialen Netzwerken und Beauty-Magazinen ist derzeit häufig von „Collagen Banking” die Rede. Die Idee: Wer früh in sein Kollagen „einzahlt”, profi­tiert später länger von straffer, wider­stands­fä­higer Haut. Der Gedanke trifft einen Nerv, denn immer mehr Menschen möchten Hautal­terung lieber vorbeugen, statt sie Jahre später aufwendig zu korri­gieren. In diesem Ratgeber ordnen wir den Trend ärztlich ein: was Kollagen für die Haut leistet, welche „Einzah­lungen” wissen­schaftlich belegt sind und ab wann Prävention wirklich sinnvoll ist.

Medizi­nisch geprüft von Dr. Mario Holdenried, Facharzt für Plastische und Ästhe­tische Chirurgie. Mit langjäh­riger fachärzt­licher Erfahrung und über 5.000 durch­ge­führten Eingriffen begleitet er Patien­tinnen und Patienten in der Klinik am Schwarzwald persönlich. Mehr über Dr. Holdenried

Inhalts­über­sicht

    Was bedeutet Collagen Banking?

    Der Begriff stammt aus dem Engli­schen und beschreibt das Prinzip eines Sparkontos für die Haut. Jede Maßnahme, die den körper­ei­genen Kolla­gen­be­stand schützt oder die Neubildung anregt, gilt als Einzahlung. Je früher und regel­mä­ßiger einge­zahlt wird, desto größer das Polster, von dem die Haut in späteren Jahren zehrt. Collagen Banking ist also kein einzelnes Produkt und keine bestimmte Behandlung, sondern eine Strategie aus zwei Bausteinen: den vorhan­denen Kolla­gen­be­stand vor beschleu­nigtem Abbau bewahren und die Neubildung gezielt unter­stützen.

    Was Kollagen in der Haut leistet und warum es weniger wird

    Kollagen ist das Stütz­gerüst der Haut. Die feinen Eiweiß­fasern machen einen großen Teil der Lederhaut aus und sorgen gemeinsam mit Elastin dafür, dass die Haut straff, elastisch und gepolstert wirkt. Etwa ab Mitte zwanzig lässt die körper­eigene Produktion allmählich nach, schät­zungs­weise um rund ein Prozent pro Jahr. In den Wechsel­jahren beschleunigt sich der Abbau hormonell bedingt noch einmal deutlich.

    Der wichtigste vermeidbare Beschleu­niger ist UV-Strahlung: Sie aktiviert Enzyme, die Kolla­gen­fasern abbauen, und gilt als Haupt­ur­sache der vorzei­tigen Hautal­terung. Auch Rauchen, ein dauerhaft hoher Zucker­konsum und chroni­scher Schlaf­mangel setzen dem Kolla­gen­gerüst messbar zu.

    Cremes und Kollagen-Pulver: was die Studi­enlage hergibt

    Hier lohnt ein ehrlicher Blick. Kollagen aus Cremes kann die Hautbar­riere pflegen, gelangt aber nicht in die Tiefe der Haut, dafür sind die Moleküle schlicht zu groß. Eine Creme mit Kollagen füllt also kein Kollagen auf. Bei Trink­kol­lagen und Kapseln zeigen einzelne Studien Verbes­se­rungen von Hautfeuch­tigkeit und Elasti­zität, die Studi­enlage ist insgesamt jedoch unein­heitlich, und viele Unter­su­chungen wurden von Herstellern finan­ziert. Als Baustein können Supple­mente vertretbar sein, ein Ersatz für Sonnen­schutz oder medizi­nische Verfahren sind sie nicht.

    Die wirksamste und zugleich günstigste Einzahlung auf das Kolla­gen­konto ist nach heutigem Kennt­nis­stand unspek­ta­kulär: täglicher Sonnen­schutz.

    Welche Behand­lungen die Kolla­gen­bildung gezielt anregen

    Die ästhe­tische Medizin kann mehr, als Defizite später auszu­gleichen. Mehrere Verfahren setzen kontrol­lierte Reize, auf die die Haut mit der Neubildung von Kollagen reagiert. Welches Verfahren passt, hängt von Hautzu­stand, Alter und Ziel ab und lässt sich in einer persön­lichen Beratung klären.

    Micro­needling und Radio­fre­quenz-Micro­needling

    Feine Nadeln setzen winzige Mikro­kanäle in die Haut. Der dadurch angestoßene Repara­tur­prozess regt die Kollagen- und Elast­in­bildung über Wochen an. Beim Radio­fre­quenz-Micro­needling kommt zusätzlich Wärme­en­ergie in der Tiefe zum Einsatz, was den struk­tur­auf­bau­enden Effekt verstärkt. Mehr zum klassi­schen Verfahren lesen Sie auf unserer Seite zum Micro­needling.

    Skinbooster und Polynu­kleotide

    Skinbooster versorgen die Haut von innen mit Feuch­tigkeit und verbessern ihre Qualität, während Polynu­kleotide die Zellre­ge­ne­ration unter­stützen und so ein günstiges Umfeld für die Kolla­gen­neu­bildung schaffen. Beide Ansätze eignen sich auch für jüngere Haut, die noch kein Volumen­de­fizit hat.

    Biosti­mu­la­toren

    Wirkstoffe wie Sculptra füllen nicht einfach auf, sondern regen die Haut über Monate dazu an, selbst neues Stütz­gewebe zu bilden. Das Ergebnis entwi­ckelt sich allmählich und wirkt dadurch natürlich.

    Laser­ver­fahren

    Kontrol­lierte thermische Reize, etwa durch die CO2-Laser­be­handlung oder die Endola­ser­be­handlung, stoßen die Hauter­neuerung an und können die Kolla­gen­struktur in der Tiefe verdichten.

    Was Sie selbst für Ihr Kollagen tun können

    Die Basis des Collagen Banking kostet wenig: ein Breitband-Sonnen­schutz mit hohem Licht­schutz­faktor an jedem Tag, an dem Sie länger draußen sind, Verzicht auf Nikotin, eine eiweiß­reiche Ernährung mit ausrei­chend Vitamin C, das der Körper für die Kolla­gen­syn­these benötigt, moderater Zucker­konsum und erhol­samer Schlaf. Wer zusätzlich Wirkstoffe wie Retinoide einsetzen möchte, bespricht das am besten mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt.

    Ab wann ist Collagen Banking sinnvoll?

    Einen festen Stichtag gibt es nicht. Da der Kolla­gen­abbau ab Mitte zwanzig beginnt, kann es ab Ende zwanzig oder Anfang dreißig sinnvoll sein, mit präven­tiven Maßnahmen zu beginnen, allen voran mit konse­quentem Sonnen­schutz. Für apparative oder injizierbare Verfahren gilt: Sie sind eine Option, kein Muss. Eine seriöse Beratung sagt Ihnen auch dann ehrlich die Meinung, wenn Ihre Haut aktuell noch keine Behandlung braucht. Junge, gesunde Haut profi­tiert in vielen Fällen zunächst allein von Schutz und Pflege.

    Risiken und Grenzen

    Auch kolla­gen­an­re­gende Behand­lungen sind medizi­nische Eingriffe. Vorüber­ge­hende Rötungen, Schwel­lungen oder kleine Blutergüsse sind möglich, selten kommt es zu Infek­tionen oder Pigment­ver­schie­bungen. Ergeb­nisse entwi­ckeln sich über Wochen und fallen indivi­duell unter­schiedlich aus. Wichtig für realis­tische Erwar­tungen: Hautal­terung lässt sich nicht anhalten, ihr Verlauf lässt sich aber beein­flussen. Wer Collagen Banking mit regel­mä­ßigen Behand­lungen betreibt, sollte zudem die laufenden Kosten realis­tisch einplanen. Bestehen Hauter­kran­kungen, gehört ihre Abklärung vor jede ästhe­tische Behandlung.

    Persön­liche Beratung am Hochrhein

    In der Klinik am Schwarzwald in Lauch­ringen, direkt an der Schweizer Grenze bei Waldshut-Tiengen, analy­sieren wir Ihren Hautzu­stand und besprechen mit Ihnen, welche Maßnahmen zu Ihrem Alter, Ihrer Haut und Ihren Zielen passen, und ebenso offen, welche Sie sich sparen können. Verein­baren Sie gern einen persön­lichen Beratungs­termin.

    Häufige Fragen zum Collagen Banking

    Was ist Collagen Banking? Eine Präven­ti­ons­stra­tegie: Der körper­eigene Kolla­gen­be­stand wird durch Schutz­maß­nahmen wie Sonnen­schutz bewahrt und die Neubildung durch geeignete Behand­lungen angeregt, bevor sichtbare Zeichen der Hautal­terung entstehen.

    Ab welchem Alter ist Collagen Banking sinnvoll? Da der Kolla­gen­abbau etwa ab Mitte zwanzig beginnt, kann Prävention ab Ende zwanzig sinnvoll sein. Konse­quenter Sonnen­schutz lohnt sich in jedem Alter, apparative Verfahren sind erst bei entspre­chendem Hautbefund angebracht.

    Bringen Kollagen-Cremes etwas? Cremes mit Kollagen pflegen die Hautober­fläche, ihre Moleküle gelangen aber nicht in die Tiefe der Haut. Den Kolla­gen­be­stand füllen sie nicht auf.

    Helfen Kollagen-Pulver und Kapseln? Einzelne Studien zeigen Verbes­se­rungen von Hautfeuch­tigkeit und Elasti­zität, die Studi­enlage ist aber unein­heitlich. Supple­mente können ein Baustein sein, ersetzen jedoch weder Sonnen­schutz noch medizi­nische Verfahren.

    Welche Behand­lungen regen die Kolla­gen­bildung an? Micro­needling und Radio­fre­quenz-Micro­needling, Skinbooster, Polynu­kleotide, Biosti­mu­la­toren sowie Laser­ver­fahren setzen Reize, auf die die Haut mit Kolla­gen­neu­bildung reagiert. Welche Methode passt, klärt eine persön­liche Beratung.

    Kann man Hautal­terung damit aufhalten? Nein. Hautal­terung ist ein natür­licher Prozess. Collagen Banking kann ihren Verlauf günstig beein­flussen und sichtbare Zeichen hinaus­zögern, aufhalten kann es sie nicht.

    Dieser Beitrag dient der allge­meinen Infor­mation und ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine indivi­duelle Einschätzung ist nur im persön­lichen Gespräch möglich.

    Autor Klinik am Schwarzwald

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